Fasten Seminare – Historie Dobbrikow

Fasten Seminare - Historie Dobbrikow

Autor Herbert Giesecke

Fasten Seminare – Historie Dobbrikow

Liebe Fastenfreunde,

auf dieser Seite wird Herr Herbert Giesecke  etwas über die Historie meiner Heimat, dem Bundesland Brandenburg, im Nuthe-Urstromtal, aus Dobbrikow und der Umgebung, berichten.
Einfach und in leichter Form.
Seid gespannt darauf und viel Spaß beim Lesen!

Fasten Seminare – Historie Dobbrikow Teil 1
Fasten Seminare - Historie Dobbrikow

Wie alles begann…

Dobbrikow und der Fläming – wie war es früher? Ein wenig Geschichte, im Großen und im Kleinen.

Wenn es um die alten Germanen geht, die  z. Zt. nach Christi im Fläming lebten, ist und bleibt Tacitus die wichtigste Quelle. Hier befindet sich das Gebiet vom heutigen Dobbrikow.

Wir Deutsche müssen dankbar sein, das er uns Aufhellung gab für eine Zeit, aus der praktisch für unser Lebensgebiet keine schriftlichen Information vorhanden sind.

Tacitus erwähnte bei der Auflistung der germanischen Stämme als Gruppierung der Elbgermanen die Semnonen, als einen der angesehensten Stämme.
Dieser Stamm lebte bis zur Zeit der Völkerwanderung östlich der Elbe, als Teil der suebischen Stämme.

Ausgelöst wurde die Völkerwanderung durch die aus der Tiefe des asiatischen Raums kommenden Hunnen, allerdings auch durch den langsamen Verfall des Weströmischen Reiches. Aber auch Überbevölkerung und klimatische Veränderungen spielten eine bedeutende Rolle.

Und so zogen dann auch unsere Sueben im Laufe der Zeit weiter südwärts, und siedelten im Gebiet des Oberrheins.

Man soll es sich nun nicht so vorstellen, als ob alle auf Geheiß eines Führers ihr Bündel packten und loszogen.
Etliche blieben, manche wurden von anderen Stämmen aufgerieben aber das Gros zog es doch in den Süden. Sie wurden dort sesshaft und vermischte sich mit den dort lebenden Alemannen.

Im Laufe der Zeit prägten dann die Sueben als nun neuer deutscher Stamm den Begriff Schwaben.

Und wenn zur heutigen Zeit die Schwaben als Fremdlinge in Berlin betrachtet werden, so kann es doch so sein, dass sie nur in die Heimat ihrer Vorfahren zurückkehren. (diesen Satz bitte unter humoristischen Aspekten betrachten!).

Fasten Seminare – Historie Dobbrikow – Teil 2
Fasten Seminare - Historie Dobbrikow

Dobbrikow – Fläming

In die zum Zeitpunkt des frühen Mittelalters nur dünn besiedelten Gebiete drangen langsam von Osten herkommende slawische Stämme ein.

Diese Stämme wurden im Laufe der Zeit unter den Oberbegriff Wenden zusammengefasst. Man weiß nicht viel von diesen Wenden, aber kaum etwas von ihnen selbst, sondern nur aus Berichten ihrer westlichen Nachbarn.

Außerdem stellt das frühe (dunkle) Mittelalter im Vergleich zu anderen Epochen eine doch schwach erforschte Zeit da, so dass vor einiger Zeit das (wohl nicht ernst zunehmende) Gerücht entstand, diese Zeit habe gar nicht stattgefunden.

Auch wechselte die Einschätzung der Wenden aus deutscher Sicht des öfteren.
Die national-germanische Betrachtung des 19. Jahrhundert sah diese Stämme negativer als die Geschichtsschreibung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Allerdings rühmte schon Theodor Fontane in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg im Band Havelland die Tapferkeit und Gastfreundschaft dieser Stämme.

Eine neue Situation entstand dann in der Zeit zwischen Karl dem Großen (ca. 800) und Friedrich Barbarossa (12. Jahrh.) Dazu dann später mehr.

Fasten Seminare – Historie Dobbrikow – Teil 3

Fasten Seminare - Historie Dobbrikow

Dobbrikow Fasten und die Geschichte erforschen

Ab den sächsischen Königen im 10. Jahrhundert (u.a. Heinrich I und Otto der Große) bildete sich langsam für den östlichen Teil des ehemaligen Frankenreichs der Begriff des Deutschen heraus.

Und in dieser Zeit mit einer stark wachsenden Bevölkerung wurde immer mehr neues bewohnbares Gebiet geschaffen. Der Wald wurde urbar gemacht, dass heißt er wurde gerodet.

Und so deuten die Ortsnamen Wernigerode, Gernrode, Elbingerode auf diese Epoche hin, im Unterschied zu den Ortsnamen im Harzvorland mit der Endung -leben, wie z.B. Oschersleben, Hötensleben, Dedeleben, Aschersleben.

Der Druck führte nicht nur nach Innen sondern dann auch weiter in die östliche Richtung. Zwei Faktoren kamen hier zum Tragen, die Missionierung und die Kolonisation.Schon mit der Bevorzugung Magdeburgs durch Otto dem Großen wurde ein Zeichen gesetzt. Und später im Hohen Mittelalter wurde diese Entwicklung intensiviert.

Zwei Herrschernamen drängen sich auf, Albrecht der Bär für die Nordmark, und auf unser kleines Gebiet den heutigen Landkreis Teltow-Fläming bezogen, das Teltowergebiet, Erzbischof Wichmann von Magdeburg, der eine wesentliche Rolle im Gebiet Fläming/Luckenwalde spielte.

Das Wappen des heutigen Landkreises spiegelt diese Situation sehr gut wieder, der rote Brandenburger Adler und das rot-silberne Feld mit Bischofsstab für Magdeburg.
Beide Landesherren förderten den Zuzug von Siedlern aus den westlichen Teilen des Reiches und unterstützten die Missionierung der noch nicht christlichen Bevölkerungsteile.

Da zu jener Zeit Sturmfluten, schlechte Klimaverhältnisse und allg. Landmangel gerade das Gebiet der Holländer und Flamen bedrohte, besorgte besonders Wichmann die Ansiedlung dieser Bevölkerungsgruppen im südlichen Teil des heutigen Landkreises.

Das Können in Hinblick auf Deichbau und Flächentrockenlegung dieser Bevölkerungsgruppe ist für die weitere Entwicklung Brandenburgs-Preußen nicht hoch genug zu bewerten.

Und so schließt sich der Kreis. In den letzten Jahren dieser Epoche lassen sich mehr und mehr Holländer im Fläming nieder, da in ihren Heimatgebieten Ackerland nur schwer zu bekommen ist.

Mehr demnächst zu den mit den Zisterziensern geht es weiter.

Fasten Seminare – Historie Dobbrikow – Teil 4

Fasten Seminare - Historie Dobbrikow

Ein Besuch im Kloster Zinna bei Jüterbog

Wer heute, statt des Fastens, eine Feinschmeckerreise durch Burgund machen möchte und darüber hinaus auch noch kulturelle und historische Interessen hat, möchte vielleicht auch das aus dem Mittelalter bekannte Kloster Citeaux besichtigen. Umso größer ist aber die Enttäuschung angesichts der Überreste eines der größten alten Klosteranlagen. Während der französischen Revolution wurde die Abtei zum großen Teil zerstört.

Was hat jedoch dies alles mit unserem kleinen Gebiet des Flämings in Brandenburg zu tun?
Hier von Citeaux aus breitete sich beginnend um das Jahr 1100 eine klösterliche Reformbewegung aus, die etwas 25 Jahre später auch die Deutschen Lande erreichte. Ebrach im Odenwald, Maulbronn in Württemberg und Altenberg im Rheinland waren bekannte Abteien.

Die nachhaltigste Wirkung dieser Bewegung wurde jedoch in der Ostkolonisation erzielt. Hier im Osten fand man noch jungfräuliches Gebiet vor um die Maxime „ora et labora“ umsetzen zu können.

Fasten Seminare – Historie Dobbrikow – Teil 5

 

Fasten Seminare - Historie Dobbrikow

Dobbrikow und die Entwicklung der Städte

Es ist die Zeit, in der die Städte in Brandenburg immer mehr Bedeutung erlangten. Eine dieser Städte ist z.B. Jüterbog, unweit von Dobbrikow.
Während in der Antike die Stadt eine häufig vorkommende Siedlungsform war, so hat sie doch in der Völkerwanderungszeit ziemlich an Bedeutung verloren.

Besonders im Gebiet nördlich der Alpen. Hier bei uns in Brandenburg, besonders im Fläming, waren Dörfer und Streuansiedlungen bevorzugte Siedlungsformen.
Allerdings bildeten sich auch hier die ersten Städte heraus.

Während sie in anderen Gegenden häufig im Schutze einer Burg oder in der Nähe eines Flusses heranwuchsen, war es hier hauptsächlich einer günstigen Lage, an einer Handelsstraße, geschuldet.

Den Kern einer mittelalterlichen Stadt bildete das Rathaus, das auch in Teilen als Vorratsspeicher benutzt wurde. Die Stadt war meistens mit Marktrechten ausgestattet, sodass in der Nähe des Rathauses, sich der Marktplatz befand. Er war das Handelszentrum für die Stadt selbst und der umliegenden Dörfer.

Im Brandenburgischen sowie im sächsischen Grenzgebiet entstanden durchgeplante Städte mit einem regelmäßigen Grundriss. Umgeben war die Stadt von der Stadtmauer, einer Befestigungsanlage, die in gemeinsamer Arbeit von Rat, Bevölkerung und Geistlichkeit erbaut und erhalten wurde.
Mehrere Stadttore schufen die Verbindung zur Umwelt. Auch hierhin können wir bei unseren Fastenwanderungen einen Ausflug unternehmen.

Fastenwandern auf den Spuren der vergangenen Zeit…

Fasten Seminare – Historie Dobbrikow – Teil 6

Fasten Seminare - Historie Dobbrikow

Kloster Alexanderdorf

Die Klöster in unserer Gegend

Da ist einmal das Kloster Lehnin, im weiteren Bereich von Potsdam und das  Kloster Alexanderdorf, die Benediktinerinnen der Abtei St- Gertrud.

Das Kloster gehört nicht wie die bisher besprochenen Abteien zu den mittelalterlichen Klöstern, die wir bisher erwähnt hatten, sondern ist eine noch nicht einmal 100 Jahre alte Einrichtung, die in den Wirren nach dem Ersten Weltkrieg entstanden ist.

Aber warum sind wir jetzt schon beim Wandern? Wir waren doch in den letzten Artikeln erst im Mittelalter angekommen. Jedoch vielleicht fällt uns dabei etwas auf.

Die Zisterzienser

Prägend für die Mark Brandenburg waren die Zisterzienser, durch ihre Gründungen von Lehnin und Chorin. Sie waren die primären Kolonisatoren!

Der Benediktinerorden ist wohl weitaus älter, hatte jedoch eine andere Zielrichtung als die späteren Reformorden. Er wurde von Benedikt von Nursa in Süditalien gegründet.

Bekannt ist auch das Gründungskloster Monte Cassino, welches im Zweiten Weltkrieg eine so tragische Rolle spielte.

Der Name Benedikt stammt aus dem Lateinischen und bedeutet: gut sprechen, segnen.
Im Deutschen kurz „der Gesegnete“. Keine Wunder, dass es ein begehrter Papstname war, bis hin zu unserem Benedikt XVI.

Ob wir nun von Kloster Alexanderdorf oder von Lehnin sprechen, oder doch noch andere Fleckchen in der Umgebung Potsdams entdecken, interessant ist es allemal, und wir werden bisweilen weit in die Geschichte zurückgeführt.

Fasten Seminare – Historie Dobbrikow – Teil 7

Fasten Seminare - Dobbrikow Historie Weberstube

Das Mittelalter

Wenn wir uns heute zum Fasten vor den Toren Berlins/Potsdams in Dobbrikow treffen, so ist dieses Fasten ein individueller Vorgang um etwas für Körper Geist und Seele zu tun. Wir wohnen im Haus „Lebensquelle“. Von dort aus starten wir unsere Fasten – Wanderungen um Dobbrikow und in die Geschichte.

Welche streng vorgeschriebene Bußübung das Fasten im Mittelalter gewesen ist, kann heute mit Zahlen und Fakten belegt werden.

„Das Fasten war früher als Kirchengebot nicht freiwillig!“ Es war eher eine strikt regulierte Übung. Jeder Gläubige des Mittelalters musste ihr nachkommen. Wollte er nicht abseits der Gemeinschaft stehen und sein Seelenheil aufs Spiel setzen, so tat er es.

Dobbrikow Fasten – heute?

Heute, da sind im kirchlichen Bereich fast nur noch die 40 Tage vor Ostern als Fastentage bekannt. Dann ist auch unsere Fastenzeit.
Aber noch vor ca. 100 Jahren, zählte das katholische Kirchenjahr fast 150 solcher Tage. Das konnte sich natürlich kaum jemand merken. Dadurch wurde es zu einer wichtigen Aufgabe des Pfarrers, seinen Schäfchen jeden Sonntag von der Kanzel aus einzuschärfen, ob und wann in der nächsten Woche Fastengebote zu beachten sind.

Es war aber nicht allein der Zwangscharakter und die ungleich größere Zahl der Fastentage die das Fasten früherer Zeiten von der heutigen Form unterschied. Sondern es war auch die Art und Weise wie gefastet werden musste. Da gab es kein Entrinnen.
So durfte man kein Fleisch von vierfüßigen Tieren und von Vögeln essen. Leider waren auch Produkte dieser Tiere wie Eier, Milch, Käse usw. verboten.
In ihrer Not, waren die Fastenden erfinderisch. So gestalteten sich die Menschen diese Vorgaben doch noch für sich erträglicher. Es sei nur auf die Fischmahlzeiten und das Starkbier hingewiesen. Für Fischmahlzeiten konnte  ja in Dobbrikow gesorgt werden. Am Bauernsee siedelten sich nachweislich zuerst die Fischer an. Dann kamen andere Gewerke hinzu.
Fastenwandern auf den Spuren der vergangenen Zeit…

Fasten Seminare – Historie Dobbrikow – Teil 8
Fasten Seminar - Historie Dobbrikow

Beim letzten Mal haben wir von den Burgen gesprochen, befestigte Anlagen zur Sicherung eines bestimmten Gebietes. Wir wiesen darauf hin, dass im Fläming etliche Zeugen dieser alten Zeit noch heute existieren.

Es ist auch die Zeit in der die Städte in Brandenburg immer mehr Bedeutung erlangten. Eine dieser Städte ist z.B. Jüterbog, unweit von Dobbrikow.
Während in der Antike die Stadt eine häufig vorkommende Siedlungsform war, so hat sie doch in der Völkerwanderungszeit ziemlich an Bedeutung verloren. Besonders im Gebiet nördlich der Alpen. Hier bei uns in Brandenburg, besonders im Fläming, waren Dörfer und Streuansiedlungen bevorzugte Siedlungsformen.

Allerdings bildeten sich auch hier die ersten Städte heraus. Während sie in anderen Gegenden häufig im Schutze einer Burg oder in der Nähe eines Flusses heranwuchsen, war es hier hauptsächlich einer günstigen Lage, an einer Handelsstraße, geschuldet. Den Kern einer mittelalterlichen Stadt bildete das Rathaus, das auch in Teilen als Vorratsspeicher benutzt wurde. Die Stadt war meistens mit Marktrechten ausgestattet, sodass in der Nähe des Rathauses, sich der Marktplatz befand. Er war das Handelszentrum für die Stadt selbst und der umliegenden Dörfer. Im Brandenburgischen sowie im sächsischen Grenzgebiet entstanden durchgeplante Städte mit einem regelmäßigen Grundriss. Umgeben war die Stadt von der Stadtmauer, einer Befestigungsanlage, die in gemeinsamer Arbeit von Rat, Bevölkerung und Geistlichkeit erbaut und erhalten wurde. Mehrere Stadttore schufen die Verbindung zur Umwelt. Auch hierhin können wir bei unseren Fastenwanderungen einen Ausflug unternehmen

Fasten Seminare – Historie Dobbrikow – Teil 9

Fasten Seminare - Historie Dobbrikow Tetzel Truhe

Tetzel Truhe

Das Mittelalter neigte sich nun langsam dem Ende zu. Die herrschende Frömmigkeit mit Buße und Fasten wurde abgelöst durch neuere Vorstellungen. Auch in unserem kleinen Gebiet des Flämings zeigte sich, wenn auch am Rande, diese Zeit.

Johann Tetzel, der Mönch, der Luther erst mit seinen Ablasspredigten auf die Idee seiner 95 Thesen brachte, trieb sein Geschäft von Jüterbog aus.
Viele Wittenberger überschritten die sächsische – brandenburgische Grenze um ihr Seelenheil mit Hilfe der Ablasszahlungen zu erreichen. Etliche dieser Stellen aus der reformatorischen Zeit kann man bei einer Rundfahrt im südlichen Kreisgebiet erreichen. Bei einer 7 tägigen Fastenzeit in Dobbrikow ist die dieser Ausflug mit dabei.

Die Reformation breitete sich in Brandenburg nur sehr zögerlich aus. Der damalige Herrscher, Joachim der I., hielt fest zum alten Glauben und verbot Bestrebungen der neuen Bewegung. Aber nach seinem Tode übernahm sein Sohn die Regierung. Er war durch seine Mutter evangelisch beeinflusst worden und stand nach der Reformation positiver der Reformation gegenüber.
Und so setzte sich auch in unserem kleinen Gebiet, dem Fläming, die neue Lehre durch.

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